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Jeden Tag eine bewusste Tat - Druckversion

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Jeden Tag eine bewusste Tat - testi - 23.06.2018

Hallo Community Smile

In unserem Studien- und Arbeitsalltag ist immer etwas los. Sei es Vorlesung, Meeting, Stationsalltag, Familie, etc. Wir machen viel und wir machen es oft mit anderen zusammen. 

Meine Frage an euch ist: Was macht ihr in der Woche bewusst für euch ganz allein? Gerne dürft ihr auch erzählen was ihr letztens bewusst für euch selbst gemacht habt.

Ich gehe nach einem langen Unitag an einem Fluss entlang spazieren und versuche Handy, Musik und Co abzuschalten. Einfach ich und der Weg Smile

Diese Woche hatte ich eigentlich andere Abendpläne. Ich kam an einem Museum vorbei und dort fand eine Nacht der Kunst statt. So hab ich ganz bewusst für mich allein die Ausstellung genoßen. Ich hätte klar über Messenger erstmal jeden anschreiben können und fragen ob er mitkommt. Vielleicht wären manche gar nicht erst gegangen, wenn keiner der Freunde zugesagt hätte.
Es ganz allein für sich selbst zu machen ist dabei genau der Schlüssel zur Entspannung. 

Bin gespannt was ihr so für euch macht und was ihr erlebt habt.


RE: Jeden Tag eine bewusste Tat - testi - 11.07.2018

Das Thema Selbstfürsorge (im weitesten Sinne) ist durchaus relevant für BehandlerInnen wie dieser Artikel zeigt:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/96365/Arbeiten-an-der-Leistungsgrenze-geht-auf-die-Gesundheit?utm_source=dlvr.it&utm_medium=twitter

Was übernehmt/macht ihr also ganz bewusst für euch am Tag allein?


RE: Jeden Tag eine bewusste Tat - Tänzerin - 11.07.2018

Mir ist mein persönlicher Glaube sehr wichtig und ich habe abends immer noch eine stille Zeit mit Gott in der ich Bibel lese und bete.

Ansonsten habe ich oft eigentlich zu wenig von diesen Ruhemomenten. Ich versuche jeden Tag eine Achtsamkeits- oder Entspannungsübung zu machen. Aber das klappt am Ende höchstens an der Hälfte der Tage.


RE: Jeden Tag eine bewusste Tat - Anonym - 12.07.2018

Ich versuche in den Alltag immer kleine Achtsamkeitsübungen einzubauen, z.B. "5 Dinge die ich sehe/höre/rieche/fühle" oder ganz bewusst meinen Cappuccino trinken ("Wie sieht er aus, wie riecht er, wie schmeckt er, höre ich den Schaum knistern, wie fühlt sich der Milchschaum an der Oberlippe an, wie lange schmecke ich noch etwas nach dem Trinken" etc.). Manchmal schaffe ich es dann auch kurz, ganz im Augenblick zu sein.

Liebe Grüße!


RE: Jeden Tag eine bewusste Tat - testi - 12.07.2018

Danke euch beiden für die Eindrücke. Ein sehr spannender Aspekt eine Achtsamkeitsübung in den Alltag zu integrieren. Hierzu kann auch ein Bodycheck (gibt es angeleitet per CD) eine gute Variation sein.

Wer sich für die 5-4-3-2-1-Übung (wie anonym sie beschreibt) findet sie hier beschrieben:
http://raus-aus-der-angst.de/die-5-4-3-2-1-uebung-soforthilfe-bei-panikattacken/


RE: Jeden Tag eine bewusste Tat - franfine - 03.09.2018

Heyho Smile

Ich persönlich bin sehr gerne allein und brauche das auch, vor allem nach intensiven Arbeitstagen voll von Klientenkontakten. Aktuell versuche ich aber meinen Facebook-Konsum runter zu schrauben, da das eigentlich den ganzen Tag bei mir an ist weil das mein Hauptkommunikationsmittel mit Freunden und auch für Arbeitsthemen ist.

Was ich gerne BEWUSST mache: Baden, meine Gedanken aufschreiben, Audiohypnose, kurze Meditationen z.B zum Einschlafen, bewusste Achtsamkeit im Alltag (wie von euch schon angesprochen punktuelle Aufmerksamkeit auf einzelne Momente legen), beim Radfahren die Gedanken schweifen lassen...

Ansonsten alles was gut tut, Hobbies, ESSEN, Musik hören.... Smile


RE: Jeden Tag eine bewusste Tat - LauWau - 16.11.2018

Als ich in stationärer Behandlung war habe ich das Buch "Die kraft der Gegenwart" von Eckhart Tolle gelesen. Durch das Buch wurde ich zum ersten mal auf bewusstes Leben oder bewusste Taten aufmerksam gemacht. Mir ist es anfangs schwer gefallen mich nicht selbst zu belügen, es ist nämlich einfach zu sagen "ich mache das oder das jetzt bewusst" aber ob man es wirklich bewusst macht weiß man doch nicht. Also das war meine Denkweise. Ich musste für mich herausfinden was es bedeutet etwas bewusst zu machen und dazu gehörte das abschalten von jeglichen Gedanken. Angefangen habe ich mit dem bewussten Händewaschen. Jedes mal wenn ich am Waschbecken stand habe ich bewusst den Hahn aufgedreht und wirklich das Wasser an meiner Haut gespürt. Später habe ich genau diese Technik in anderen Situationen angewandt und so Achtsamkeit in mein Leben integriert. Mir ist jetzt bewusst geworden das nicht-achtsamkeit und das nicht im Jetzt leben ein Grund für meine Depressionen war. Kann wirklich jedem empfehlen etwas Bewusstsein mit ins Leben zu bringen.

LG


RE: Jeden Tag eine bewusste Tat - FloriMori - 22.11.2018

Ich versuche auch immer alle dinge möglichst bewusst zu machen. Ich habe angefangen darauf zu achten, dass ich alles was ich beginne auch beende und dem in der Zwischenzeit volle Aufmerksamkeit schenke. Wenn ich Koche dann bin ich voll bei der Sache. Erledigt ist diese "Sache" allerdings erst wenn ich aufmerksam gegessen und gespült bzw. sauber gemacht habe. So bleibt nichts im Hinterkopf, auch nicht unbewusst, was einen stören könnte. Meditieren tu ich auch regelmäßig. Habe aber fast 6 Wochen gebraucht bis ich zum ersten mal für längere Zeit in den gedankenlosen Zustand gekommen bin. Habe es davor auch schon öfters probiert, allerdings nach 3-4 Versuchen wieder aufgegeben weil es nichts gebracht hat. Mein Tipp ist wirklich dran bleiben. Als nächsten Schritt möchte ich die Meditation und die daraus resultierende Achtsamkeit in meinen Alltag integrieren. Ich glaube das genau dass das Ziel ist. Einen andauernden Meditativen Zustand.

Viele Grüße


RE: Jeden Tag eine bewusste Tat - franfine - 28.11.2018

Ich bin mir nicht sicher, ob es einen "andauernden meditativen Zustand" gibt. Der Buddhismus würde jetzt vielleicht dazu sagen, dass ja alles ständig in Veränderung ist und dass es genau darum geht: Alles zu beobachten was ist. Ich glaube auch, dass das mit dem "gedankenlosen" Zustand ein Mythos ist. Kenne es eher so, dass es als völlig natürlich verstanden wird, dass die Gedanken kommen und gehen und dass man die Achtsamkeit eben immer wieder auf z.B den Atem lenkt. Man kann auch bewusst Gefühle oder Gedanke als Gegenstand der Achtsamkeit nehmen.

Hier mal zwei interessante Videos zum Thema, von einem buddhistischen Mönch Smile

https://www.youtube.com/watch?v=wcuQd22Pov4


https://www.youtube.com/watch?v=GLjelIPg3ys&t=2s