Krankmeldung
#1
Zu diesem Bild hat ein Follower in den sozialen Netzwerken kommentiert:

"Das Problem ist ja, dass ein psychisches Unwohlsein a) recht subjektiv und b) schwer nachweisbar ist. Die Sorge auf Seiten der Arbeitgeber ist, dass dieses Krankheitsgefühl vorgetäuscht/ausgenutzt werden könnte, bzw. dass die Hemmschwelle sinkt, bei der man sagt "es geht heute einfach nicht".
Ganz unabhängig davon sollten aber psychisch Erkrankte weniger stigmatisiert, und mentale Gesundheit grundsätzlich ernster genommen werden."


Was denkt ihr dazu?
Muss man überhaupt Gründe angeben?
Wird die Hemmschwelle zur Krankmeldung niedriger, wenn man sich problemlos wegen "psychischen Umwohlseins" krankmelden kann? Und wenn ja, ist das schlimm oder genau das, was wir erreichen wollen?
Ist es besser, wenn man sich trotzdem krankmeldet und eine "Notlüge" (Magen-Darm-Infekt, Kopfschmerzen etc.) benutzt?

Wir sind gespannt auf eure Beiträge!
Katharina von Blaupause


Originalbildquelle: https://www.facebook.com/timetochange/ph...=3&theater


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#2
Ich würde hier zwischen Angestellten und Selbstständigen differenzieren wollen.

Selbstständige haben bei Krankheitsausfall direkt auch einen finanziellen Ausfall zu beklagen. Sicherlich kann dieser durch eine entsprechend Versicherung abgedeckt werden, allerdings ist diese Versicherung auch erstmal wieder eine finanzielle Zusatzbelastung.
Gerade im Selbstständigenbereich sehe ich es daher sehr selten, dass Leute sich krankmelden oder krank werden. Sicherlich auch nicht gut für die Psyche und körperliche Gesundheit, wenn dann gewisse Probleme und Signale übergangen werden.

Bei Angestellten wird der Hausarzt sicherlich auch noch wohlwollend einwirken können mit dem Grund der Diagnose. Je nach Arbeitgeber und Gesetzeslage ist es ja auch noch so, dass man sich erst nach x Tagen mit Begründung erklären muss (keine rechtliche Beratung). Schwieriger wird es dann, wenn der Hausarzt oder anderer nicht-behandelnder Arzt keine Krankschreibung aussprechen möchte, da er den "Bedarf" nicht indiziert sieht. Hier kämen wir auf einen Missstand zu sprechen, welcher vorherrscht. Ein behandelnder psychologischer PsychotherapeutIn/Kinder und JugendpsychotherapeutIn kann keine Krankschreibung ausstellen. In der Regel sind PP und KJP neben Hausarzt, Psychiater, ärztlicher Psychotherapeut die behandelnden Stellen. Sicher wäre auch das eine Stellschraube, welche man in diesem Kontext ergänzend sehen sollte. Die genannten Punkte beim Angestellten treffen natürlich für einen krankschreibungswilligen Selbstständigen in ähnlicher Form zu.

Es gibt sicherlich noch viele weitere Punkte. Ich bin auf eure gespannt Smile
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#3
Huhu,

ich habe einzelne Tage an denen ich mich nicht in der Lage fühle (intensiv mit Menschen) zu arbeiten. Dann bleibe ich zuhause. Mal mit mehr schlechtem Gewissen, mal mit weniger. Wenn es nur das "Gefühl" ist, habe ich ein schlechteres Gewissen als wenn ich z.B die halbe Nacht nicht schlafen konnte und dann kaum aus dem Bett, geschweige denn ins Auto käme (körperlich, klare Gefährdung für den Straßenverkehr, an vernünftiges Arbeiten nicht zu denken).

Auf meiner aktuellen Arbeitsstelle wird man zum Glück dann nicht nach der Rückkehr ausgefragt bzw. man kann sich bedeckt halten. Das kenne ich auch anders. Habe aber schon das Gefühl mich zwischendrin rechtfertigen zu müssen. Da gebe ich dann körperliche Gründe an, die teils auch zutreffen (Schlaflosigkeit, Übelkeit/Kreislaufprobleme, starke Erkältung/Allergieschübe).
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