Kurze Entspannungsübungen für zwischendurch?
#1
Hallo alle,

bei uns auf der Station sind gerade viele krank und es ist einfach super stressig (noch mehr als sonst schon). Man kommt gar nicht mehr dazu richtig Pausen zu machen und ich merke dass ich zunehmend überlastet und gereizt bin. Das bekommen meine Kollegen aber leider glaube ich auch die Patienten ab. Ich habe mich gefragt, ob es kleine Übungen gibt, die man zwischendurch machen kann? Ich hab im Stationsalltag keine Zeit, mal eben 10min meditieren zu gehen, und würde aber trotzdem gerne was machen können damit der Stress sich nicht so negativ auf mich auswirkt.

Danke im Voraus!
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#2
Huhu,
Ich kann dich sehr gut verstehen. Diese Situation erlebe ich auch nur zu oft und mache mir dann nur selbst noch zusätzlich Druck, weil ich ja auch meinen Patient*innen gerecht werden will. Was ich für mich dann immer sehr wertvoll finde ist eine Übung aus dem Achtsamkeitskontext, der "3-Minuten-Atemraum". Das funktioniert jederzeit an jedem beliebigen Ort: ich halte dabei kurz inne und versuche mich auf meinen Atem und meinen Körper zu konzentrieren, z.B. "Wie stehen meine Füße auf dem Boden (immer meine erste Frage als persönlicher Ankerpunkt), wie fühlt sich mein Atem an, spüre ich wie sich meine Bauchdecke hebt und senkt, kann ich meine Gedanken wie Blätter auf einem Fluss davon schwimmen lassen, wie fühlt sich das an, wie fühlt sich meine Brust an, wenn die Gedanken an mir festkleben, wie spüre ich jetzt meinen Atem, usw. Das kannst du natürlich beliebig erweitern oder auch kürzen, je nachdem, was dir gut tut. Ich habe da einfach die Erfahrung gemacht, dass es mir hilft, mich auf mich selbst zu konzentrieren. Ich kenne aber zum Beispiel auch Menschen, denen es in solchen Momenten mehr hilft, sich auf twas anderes zu konzentrieren (z.B. den Duft, Geschmack, Anblick etc des warmen Kaffees in deiner Hand). Probier doch einfach mal aus, welche Variante dir hilft und berichte uns von deinen Erfahrungen.
Liebe Grüße,
PIAnni
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#3
Diverse Achtsamkeitsübungen können auch kurz zwischendurch angewandt werden. Der Fokus auf den Atem, wie schon erwähnt, oder auf die fest am Boden stehenden Füßen (Gefühl von Sicherheit und Verankerung) oder auch andere Sinnesreize können helfen wieder ein bisschen zur Ruhe zu kommen. Geübt werden sollte das aber wohl eher zunächst in ruhigen Situationen und nicht in eh schon stressigen Momenten. Daheim mal im Internet stöbern und Übungen (gibts auch als geleitete Audio-Versionen) ausprobieren. Kann man sich auch mal was aufs Handy laden und mit sich durch den Tag nehmen.

P.S: Auch wenn es einfach gesagt ist: Keine Pausen zu machen ist letztlich keine Option. Also auch auf der Ebene schauen, dass dir und deinen Kolleg/innen das möglich gemacht wird...
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